My friendly happiness
Aus When Life was a Miracle
Architecture of happiness
Kunsthaus Graz, The friendly Alien [[1]]
Mit seinen weichen Formen und Kurven hat sich das „Friendly Alien“ in Graz niedergelassen und sich der Umgebung angepasst. Die Form und die verwendeten Materialien sind auf keinen Fall typische die Architektur, doch gerade das macht es so besonders. Durch sein Aussehen unterscheidet es sich von den Häusern im übrigen Stadtgebiet. Es hat eine lustige und außergewöhnliche Form. Seitdem das Kunsthaus gebaut wurde hat das westliche Ufer der Mur bzw. die Bezirke Gries und Lend einen Aufschwung erlebt. Es werden mehr Menschen angelockt und neue Lokale, Geschäfte und Bürohäuser sind entstanden. Ein neues Leben entsteht in diesem Stadtbereich.
Betritt man das Kunsthaus zum ersten Mal ist es ein besonderes Ereignis. Man rutscht durch die Drehtür in das Innere und das Abenteuer kann beginnen. Schon die Innenausstattung und ihre weichen Formen und runden Kanten betonen die bimorphe Form des Friendly Aliens. Durch die Pin, oder auch Travelator, wird man in die verschiedenen Ebenen heraufgebracht. Die Pin ist eine „Einbahnstraße“ und so muss man sich die Frage stellen wie man wieder hinunter kommt und sich auf die Suche nach einem Weg hinunter begeben. Die dunklen Ausstellungsräume bestätigen das Gefühl, dass man sich im inneren eines großen Lebewesens befinden könnte. Und die Oberfläche der Innenwände, welche aus grauen Dreiecken aus Stahl bestehen, betonen dieses Gefühl noch mehr, denn die Oberfläche ähnelt der Struktur der Haut. Die Needle ist wie eine Entspannungzone nach dem Abenteuer in den dunklen Ausstellungsräumen gedacht. Sie vermittelt einem das Gefühl, als ob man über die Altstadt von Graz schweben würde. Das spannende Spiel zwischen dem neuen Gebilde am Murufer und dem alten Uhrturm auf dem Grazer Schlossberg, der sich in der Skin des Friendly Aliens spiegelt wurde schon jetzt zum Markenzeichen der Stadt Graz.
Die Bezeichnung „Blob“ stammt aus einem Horrorfilmklassiker „Blob – Schrecken ohne Namen“ aus dem Jahr 1958. Eine schleimige rote Masse aus dem Weltall ernährt sich von Menschen und wächst somit zu einem gigantischen Mörderpudding, kurz „Blob“ genannt. Diese Science Fiction Figur zählt zu den bekanntesten außerirdischen Besuchern der Filmgeschichte. Cook und Fournier nennen allerdings ihren Bau „the friendly Alien“. Es ist ein freundliches Wesen aus einer fremden Welt, das in Graz gelandet ist und rücksichtsvoll seinen Platz eingenommen hat.
Colin Fournier: „Im Sog“ „Der Friendly Alien schluckt alles mit seinem Travelator. Er ist wie ein gigantischer Staubsauger, wie der Bauch eines Walfisches, er ruft weit entfernte Erinnerungen aus der Kindheit wach, unbewusste Sehnsüchte, von einem Drachen gefressen zu werden, oder das zarte Vergnügen, die raue Zunge einer Katze auf der Haut zu spüren. Im schwarzen Loch des Walfischbauches findet man alle möglichen Dinge: alte Stiefel, verlorene Schätze, verirrte Fische, sogar Jonas selbst. Und genau das muss ein Museum sein: Ein Ort, der mit unserer Sehnsucht nach überraschenden und unerwarteten Dingen spielt, ein Ort für bizarre Konfrontationen, ein Ort voller Dinge, die noch nicht ganz verdaut sind.“
Peter Cook - „Stadtobjekte“ „ Das Kunsthaus ist ein rundliches, lächelndes Gesicht, das uns freundlich zuzwinkert.“
by L D

