Shigeru Ban
Aus When Life was a Miracle
Architekt
geboren 1957 in Tokio, lebt dort
1977-1982 Studium am Southern California Institute of Architecture, weiterführende Studien an der Cooper Union School of Architecture
1982/83 Mitarbeit im Büro Arata Isozaki, Tokio
1985 Gründung des eigenen Büros Shigeru Ban Architects, mittlerweile drei Standorte: New York, Paris und Tokio
seit 1995 Berater des UN-Flüchtlingskommissars (UNHCR)
Gastprofessuren an der Yokohama National University, an der Nihon University und an der Columbia University
seit 2001 Professur an der Keio University
2003 Sieger des Architektenwettbewerbs für die Gestaltung des Centre Pompidou in Metz, Frankreich
seit 2006 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin, Sektion Baukunst
Bauten und Projekte
1997 Wall-less House, Karuizawa, Nagano
1999 Pappröhren-Notunterkunft für Flüchtlinge, Ruanda
2000 Pappröhren-Blockhaus, Notunterkünfte für Erdbebenopfer, Westtürkei; EXPO-Pavillon für Japan (in Kooperation mit Frei Otto), Hannover; Naked Haus, Kawagoe
2001 Kindertagesstätte des Imai Hospital, Odate; Sporthalle des Imai Hospital, Odate
Besondere Bedeutung erlangte Shigeru Ban durch seine hoch entwickelten "Paper Tube Structures", die in den Hilfsprojekten der von ihm 1995 gegründeten NGO Voluntary Architects Network umgesetzt werden. Gemeinsam mit freiwilligen Helfern wurden in zahlreichen Projekten temporäre Häuser und Hütten für Erdbebenopfer in Kobe (Japan), Bürgerkriegsflüchtlinge in Ruanda sowie Tsunami-Opfer in Sri Lanka errichtet. Papier eignet sich für seine Arbeit in Katastrophengebieten besonders gut, weil es ein billiges und dabei umweltschonendes Material ist. Weitere mit internationalen Preisen ausgezeichnete Projekte Shigeru Bans sind das Naked House in Saitama (Japan) - ein privates Einfamilienhaus aus dem Jahr 2000 - der Japanische Pavillon für die Expo 2000 in Hannover sowie die Paper Church, ein temporäres Gemeindezentrum für die Bewohner des vom Erdbeben zerstörten Kobe 1995.
Bans Werke zeichnen sich dadurch aus, dass sie versuchen die Grenze zwischen innen und aussen zu verwischen. Er benutzt leichtes Material wie Papier oder Holz und seine Konstruktionen sind geprägt von Offenheit und Dialog mit der Umgebung.
